Vegane Confiserie – München
von Ulrich | 30. April 2012
30. April 2012 – Brückentag – strahlender Sonnenschein: mit meinem Mountain-Bike fahre ich durch Schwabing und kleide mich neu ein. An der Münchener Freiheit werde ich in puncto Mode auch fündig und belaste meine Kreditkarte um einige Euros, fühle mich aber dennoch leger und unbeschwert. Die Leopoldstrasse radle ich zurück in Richtung Münchener Freiheit und habe fast schon das Gefühl, mich inmitten von Rom bzw. am Trastevere zu befinden: blauer Himmel, angenehme mediterrane Temperaturen und sämtliche Cafés mit Menschen draußen sitzend: das Publikum sehr facettenreich: von einfach, gediegen über leicht prollig, kultiviert, spießig bis hin zu Möchtegern-Millionär – hier kommen sie zusammen und genießen im Kollektiv das Sehen und Gesehen-Werden. Zahlreich sitzen sie allesamt draußen an der Leopoldstrasse an ihren runden Bistrot-Tischen und schauen – zumindest grosso-modo – dem anderen Geschlecht nach. Aus den Innen-Bereichen der Cafés vernehme ich das Zischen der Espresso-Maschinen, welche in Verbindung mit den Beschleunigungs-Geräuschen der immer wieder vorbeifahrenden Sport-Flitzern eine außergewöhnliche Symphonie anstimmen, welche wiederum immer wieder durch kraftvolle und Bass-betonte Musik aus Mittelklasse-Wagen übertüncht wird. Eine Geräuschkulisse fast wie auf einer Kirmes! Man möchte halt wahrgenommen werden! Junge schwarz-haarige Männer mit Gel in den Haaren und Rolex am linken Handgelenk – fast schon wie in Rom – oder zumindest stelle ich mir vor, dass es in der italienischen Hauptstadt so ähnlich zugeht …
Ich selber habe weder eine Rolex, noch diese italienische Haarpracht, welche ja sogar im energetischen Sinne ein Synonym für Macht und Durchsetzungsstärke sein soll. Aber dafür habe ich etwas anderes: innere Zufriedenheit sowie die Freude darüber, als Veganer sehr viel für meine Gesundheit zu tun – eigentlich doch die beste Form der Altersvorsorge, oder?
Ich biege an der Münchener Freiheit mit meinem Rad links ab in die Haimhauserstrasse und befinde mich plötzlich in einem anderen Universum: ganz schnell wird es ruhig, und als ich mich der Hausnummer 3a nähere, habe ich fast schon das Gefühl, nach Hause zu kommen: Renate, die Besitzerin der veganen Confiserie mit dem Namen Princess Chocolate, begrüßt mich – wie immer - sehr herzlich und erkundigt sich zudem nach meinem Wohlbefinden. Nach ein paar Begrüßungs-Takten suche ich mir am Tresen zwei verschiedene Stücke Kuchen (Zitrone und Rhabarber) aus und genieße beide bei einem mit Soja-Milch hergestellten Cappuccino und fühle mich wie im siebten Himmel.
Kann den Genuss Sünde sein? Nein, non, njet – befinde ich – denn wegen möglicher Kalorien lege ich ja die Strecke Ramersdorf-Schwabing (zur Info: ich wohne in Ramersdorf) mit dem Rad zurück – und wegen anderer Inhaltsstoffe muss ich mir ohnehin keine Gedanken machen, da ja jeder Kuchen bei Renate hundertprozentig vegan ist! Ganz zu schweigen vom selbst-gemachten Eis, welches ich dann sicherlich beim nächsten Mal probieren werde.
Also daher mein Aufruf an alle Veganer sowie an alle von Laktose-Intoleranz betroffenen Personen: Naschen im Princess Chocolate ist erlaubt und erwünscht!
Ich lehne mich in meinem weißen Jugendstil-Sessel zurück und bewundere, wie aufmerksam und freundlich Renate jeden eintretenden Gast begrüßt, ohne jedoch aufdringlich zu wirken. Der eine kommt auf einen Kaffee oder Tee vorbei, der andere möchte ein Eis auf die Hand mitnehmen, noch ein anderer kauft gleich mehrere Stücke Kuchen und Mini-Törtchen für seine anstehende Familien-Feier ein.
Ich schlendere ein wenig durch Renate’s Confiserie und sehe neben Törtchen, Pralinen und Obst-Kuchen auch vegane Kochbücher, selbst-gemachte Konfitüren
und vegane herzhafte Brotaufstriche, kreative Verpackungen … ja es ist für mich eine wahre Fundgrube und Kaleidoskop zugleich, in einem Jungendstil-angehauchten Ambiente, in welchem der Gast frei atmen und er schlichtweg er selbst sein darf.
Nachdem ich innerlich aufgetankt habe und zufrieden meinen Kuchen und Cappuccino bezahle, entdecke ich am Tresen Veranstaltungsblätter in Eigenwerbung: Renate bietet sämtliche Samstagskurse in puncto Herstellung von veganem Gebäck und Pralinen an.
Wenn das kein Synonym für Idealismus und Vielseitigkeit gleichermaßen ist! Ich jedenfalls kehre immer wieder gerne im Princess Chocolate ein und lasse mich überraschen, was die vegane Backkunst hervorzubringen vermag!
Und wer der Meinung ist, dass wir Veganer nur Salatblätter- und Karotten-kauend unser Dasein fristen, hat sich arg geschnitten – von Renate’s Backkunst können wir uns alle eine Scheibe abschneiden ….
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Vegane Lasagne
von Ulrich | 31. März 2012
Ich weiß zwar nicht, ob Garfield auch Veganer ist – aber einer Sache bin ich mir ziemlich sicher: wenn der freche, fette, faule und philosophische Kater diese Lasgane unter seine Krallen bekäme, würde er vor Freude einen Salto Mortale machen und beim Mampfen dieser Spezialität aus vollstem Herzen schnurren!
Aber erstmal lassen wir den Kater draußen und kümmern uns ungestört um die Zutaten, die da wären:
- ca. 500 g Lasagneplättchen (aber bitte ohne Ei drin)
- 200 g Tofu
- Sauce Bolognese
- Veganer Käseschmelz
- Olivenöl
Ich sehe schon das Leuchten in Euren Augen in Anbetracht der wenigen Zutaten – scheint ja auf eine sehr schnelle Zubereitung hinauszulaufen, oder?
In diesem Zusammenhang fällt mir auch noch das längste italienische Wort ein, welches lautet: precipitevolissimevolmente!
Und das bedeutet: ganz schnell, in Windeseile!
Dies könnte in puncto Zubereitungszeit sogar stimmen, sofern wir Vorsorge getroffen und uns im Vorfeld mit der Sauce Bolognese und dem veganen Schmelzkäse eingedeckt haben – beide Rezepte findet Ihr selbstverständlich auf meiner Blogseite! Und die dortigen Mengenangaben stimmen und sind auf dieses Lasagne-Rezept abgestimmt – das heißt, Ihr müsst nicht etwa umrechnen!
Die Beschreibung sowohl zur Sauce Bolognese, als auch zum veganen Schmelzkäse öffnet sich übrigens in einem neuen Fenster, damit Ihr den Bezug zu diesem Rezept (immerhin geht es ja um die Lasagne!) nicht verliert …
Die Zubereitung erweist sich als sehr leicht, wie Ihr gleich sehen werdet:
- Die Auflauf-Form mit Olivenöl auspinseln und den Boden mit Lasagneplatten bedecken. Sauce Bolognese darüber geben, mit Tofu-Stückchen garnieren und etwas Käseschmelz darüber gießen. Der Tofu stellt übrigens eine Art Ersatz für die sonst übliche Bechamelsauce dar.

- Schritt 1 solange wiederholen, bis die Sauce Bolognese aufgebraucht ist. Am leichtesten lässt sich die Sauce mit einem Teigschaber auf den Lasagneplatten verteilen.

- Die oberste Schicht besteht aus Lasagneplatten: darüber noch den Rest des veganen Schmelzkäse geben.

- Und jetzt das Ganze – bei 200 °C – 30 Minuten lang auf mittlerer Schiene überbacken. Unbedingt darauf achten, dass die Lasagneplatten nicht hochstehen und austrocknen; zwischendurch mit einer Gabel immer wieder in die Lasagne drücken.
   
- Jetzt heißt es: abwarten und Tee trinken! Oder aber die verbleibende Zeit dazu nutzen und schonmal sämtliche Gefäße (Töpfe, Pfannen, Messbecher, etc.) spülen – dann hat man hinterher den Kopf frei und kann die Lasagne erst recht unbeschwert genießen


Tutto finito – das war’s auch schon!
Jetzt lassen wir Garfield wieder rein und geben uns den Gaumenfreuden hin!
Wer mag, kann sich – sozusagen als Contorno (= Beilage) – noch einen Insalata Verde (= grünen Salat) dazu zaubern …
Buon Appetito!
Mir jedenfalls hat diese Lasagne vorzüglich geschmeckt, wie man unschwer auf dem folgenden Foto erkennen kann:
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Veganer Schmelzkäse
von Ulrich |
Dieses Rezept ist nichts zum Sattwerden – oder vielleicht doch?
Ça dépend … es hängt davon ab – würden zumindest unsere französischen Nachbarn sagen – denn wenn der Schmelzkäse, welchen wir gleich gemeinsam zubereiten werden, als Käse-Ersatz bei Pizza- oder Lasagne-Gerichten hergenommen wird, kann dieser in der Tat nicht nur gut sättigen, sondern uns auch gleichzeitig in den kulinarischen Himmel befördern … aber bevor wir gleich abheben, begeben wir uns erstmal auf den Boden der Tatsachen und sammeln alle nötigen Zutaten ein, welche doch recht überschaubar sind:
- 1 Tasse Hefeflocken
- 1 EL Weizenmehl
- 1/2 Tasse Öl (z.B. Olivenöl)
- 1/2 l Wasser
- 1/4 l Soja-Milch
- 2 TL Senf (mittelscharf)
- Knoblauch (nach Belieben)
Und so gehen wir vor und schlagen dem tierischen Käse ein veganes Schnippchen:
- Erstmal alle Zutaten abmessen und in entsprechende Gefäße schütten – dies erleichtert uns die Arbeit hinterher, wie wir noch sehen werden.

- Das Mehl und die Hefeflocken in das Wasser geben und kurz aufkochen lassen.

- Jetzt die Sojamilch, das Öl, den Senf und den Knoblauch dazugeben und kurz mitkochen.

Voilà – c’est tout – wir haben es geschafft – war doch ganz easy, oder?
Noch ein Wort zum Geschmack: natürlich haben wir es hier “nur” mit einer Art Käse-Ersatz zu tun, d.h. egal wie sehr wir uns bemühen, den Geschmack von Gouda- oder Gruyère-Käse werden wir nie erreichen!
Aber: Knoblauch hebt bekanntlich den Geschmack, daher nicht sparen mit diesem köstlichen Zwiebelgewächs – ich habe zum Beispiel vier zerdrückte Knoblauch-Zehen hineingegeben - und ich finde, der vegane Schmelzkäse schmeckt einfach exzellent!
Mit Salz kann man das Ganze noch etwas verfeinern … aber bitte nicht zu viel würzen – denn schließlich soll ja der Geschmack von dem eigentlichen Gericht (wie z.B. von der Lasagne) dominieren – oder anders ausgedrückt: zu viele Köche verderben den Brei
Nach Fertigstellung sollte unser veganer Schmelzkäse eine eher cremige Konsistenz aufweisen – notfalls etwas länger köcheln lassen – aber bitte darauf achten, dass unten am Boden nichts anbrennt!
Dies ist ein Basis-Rezept für Pizza oder für Lasagne.
Erfahrungsgemäß kommt man mit den oben gemachten Mengenangaben sehr gut hin, um eine Lasagne (siehe Rezept) zuzubereiten.
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Brokkolicrème-Sauce
von Ulrich | 30. März 2012
Heute machen wir es uns – zumindest kulinarisch gesehen – sehr leicht und versetzen uns zurück in studentische WG-Zeiten, in welchen wir uns oftmals mit einfachen Gerichten – wie z.B. Nudeln mit Tomaten-Sauce – begnügt hatten.
Keine Sorge, wir reißen keine Fertigpackungen auf, sondern sorgen selbstredend für frische Zutaten.
Obwohl: das Einzige, was an dieser Spezialität wirklich die Bezeichnung “frisch” verdient, ist der Brokkoli – aber dieser gibt maßgeblich den Ton bei unserer heutigen kulinarischen Symphonie an, wie wir gleich sehen (und schmecken) werden.
Falls nicht bereits zu Hause vorhanden, gehören folgende Zutaten in den Einkauswagen:
- 500 g Brokkoli
- Knoblauch (nach Belieben)
- 100 ml Pflanzenmilch (z.B. Soja)
- 300 ml Soja-Sahne
- 2 EL gekörnte Brühe
- 3 EL Hefeflocken
- Salz, Pfeffer, Muskat (frisch gerieben)
Und so werden die Zutaten verabeitet:
- Broccoli waschen und in kleine Röschen schneiden; auch Teile des Strunks können verwertet werden!
Und damit die gesamte Zubereitung schneller geht: schonmal Wasser in einem Topf zum Kochen bringen (für den Brokkoli).

- Knoblauch schälen und klein hacken – sei es mit Messer oder (wie ich es gemacht habe) mit einem elektrischen Zerhacker.
Tipp: beim Zerhacker lassen sich die Knoblauch-Stückchen am leichtesten mit einem Teigschaber ablösen.
   
- Den Brokkoli ca. 5 Minuten lang im Wasser kochen lassen.

- Nun den Brokkoli abseihen und das Kochwasser in einem Topf abfangen – es wird (wie wir gleich sehen werden) noch benötigt!

- Jetzt 100 ml von dem soeben aufgefangenen Kochwasser zurück in den großen Kochtopf geben und die 300 ml Soja-Sahne sowie die 100 ml Pflanzenmilch hinzugeben. 3 EL Hefeflocken und 2 EL gekörnte Brühe hinzu tun und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Immer wieder umrühren, damit nichts anbrennt! Das Ganze kurz aufkochen lassen.

- Nun den Brokkoli hinzu tun – oder aber auch die Sauce zum Brokkoli tun und sofort servieren.
Macht sich sehr gut zu sämtlichen Nudel- oder Pasta-Gerichten!

Mir persönlich hat es klasse geschmeckt – und schnell geht es allemal!
Die Sauce schmeckt sogar ein klein wenig nach Käse, obwohl keiner drin ist.
Wie ich finde, ist es ein sehr guter Kompromiss zwischen Fast-Food und gediegener Mahlzeit – und dazu vegan!
Tipp: wem die Soja-Sahne zu intensiv schmeckt, der nimmt weniger davon und kompensiert dies mit der Pflanzenmilch (diese schmeckt neutraler) und lässt die Sauce dafür etwas länger einkochen.
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Vegan reisen – Zürich
von Ulrich | 28. März 2012
Wie ich ja im letzten Artikel geschrieben habe, war ich am Wochenende in der Schweiz unterwegs und habe am Montag noch einen Abstecher nach Zürich gemacht. Die Schweizer Bankenmetropole kenne ich ganz gut, da ich dort früher einmal drei Jahre lang gelebt und gearbeitet habe.
Diesmal hatte ich den Wunsch, meine alte Wahlheimat mit den Augen eines Veganers wahrzunehmen: während ich früher öfters in Kaufhäusern oder aber auch in sämtlichen Pizzerien und Döner-Buden entlang der bekannten Langstraße (Züri-West, Kreis 4) gespeist hatte, wollte ich dieses Mal wissen, wo man als Veganer überhaupt hingehen kann. Von München her bin ich doch etwas verwöhnt, da ich mittlerweile vier verschiedene Locations habe, an welchen ich vegan speisen oder naschen kann …
Dank Internet und PDA wurde ich schnell fündig, und so schlenderte ich (nachdem ich meine Reisetasche am HBF eingeschlossen hatte) nonchalant (und zielstrebig gleichzeitig) die Bahnhofstrasse entlang in Richtung Orell Füssli (bekannte Zürcher Buchhandlung), um von dort aus in die Sihlstrasse 28 zu gelangen. Denn diese Adresse gehört dem bekannten Hiltl, ein sehr angesagtes vegetarisches Restaurant im Herzen von Züri, in welchem Menschen sämtlicher Couleur ihr Essen einnehmen: von Studenten über Öko-Freaks bis hin zu Touris, Geschäftsleuten und Bankern frönen dort sehr viele Menschen der gesunden Ernährung. Zur Mittagszeit war es zumindest rappelvoll, wie man auf den folgenden Bildern unschwer erkennen kann:
Das Hiltl ist teilweise ein Selbstbedienungs-Restaurant – aber nicht nur: in der Sihlstrasse 28 versteht man sich durchaus in der Kunst, auf mehreren Klavieren gleichzeitig zu spielen: neben dem Selbstbedienungs-Teil (dies betrifft z.B. die Terrasse) kann die Location auch mit einer bedienten Gastronomie (im Erd- und im Obergeschoss), mit einer Bar/Lounge und auch mit Catering aufwarten. Und nachts verwandelt sich das Hiltl in einen Club, was für mich persönlich durchaus ein Zeugnis von Vielseitigkeit und Lebenskunst darstellt. Für die Menschen, die nicht über die nötige Zeit verfügen, um bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse die Seele baumeln zu lassen und genüsslich ihren Espresso zu schlürfen, steht immerhin noch eine Art Take-Away zur Verfügung!
Ich selber entschied mich diesmal für die gemütliche Variante: als ich das Restaurant betrat, stand auch gleich rechts neben der Eingangstür ein sehr freundlicher Mitarbeiter, dessen Gesichtsausdruck mir eindeutig signalisierte, dass er für Auskünfte rund um das Essensangebot gerne zur Verfügung steht. Auf meine Frage, ob das Hiltl auch über eine vegane Speisekarte verfüge, gab er mir bereitwillig Auskunft und verwies zudem auf die Kurz-Beschreibung (Legende), mit welcher alle Gerichte am Buffet gekennzeichnet sind – so z.B. steht unter dem Tamarinden-Gemüse die Info “Aubergine – Peperoni – Curry – vegan“.
Ich fand nicht wenige Gerichte mit der Kennzeichnung “vegan” und füllte daraufhin meinen Teller, um mich dann im Eingangsbereich zur Kasse zu begeben: dort wird das Essen gewogen, und man bezahlt nach Gewicht. Außerdem kann man an der Kasse auch Getränke bestellen – zur Feier des Tages orderte ich eine Art Bio-Bier und nahm draußen auf der Terrasse Platz.
Ich fühlte mich auf der Terrasse sehr wohl und hatte – in Anbetracht des guten Wetters – fast schon das Gefühl, irgendwo am Mittelmeer meine Unternehmungslust gegen das angenehme Gefühl von Dolce-Far-Niente einzutauschen, wenn auch nur für eine eher kurze Zeitspanne. Das Publikum empfand ich ebenfalls als sehr angenehm, und irgendwie kam in mir fast schon das Gefühl von Zugehörigkeit auf, welches durch den Kellner (dieser nahm Bestellungen für weitere Getränke und Desserts auf) verstärkt wurde, indem er mich mit “Ade – bis morgen!” verabschiedete! Ich hatte nämlich nach der Hauptspeise noch ein veganes Cookie und einen Espresso bei ihm bestellt …
Mein Essen war – wie man in der Schweiz zu sagen pflegt – tip-top, es hatte zudem einen exotischen Touch, und für Schweizer Verhältnisse empfand ich den Preis von 21 CHF für meinen gut gefüllten Teller doch als recht fair – wer einmal in der Schweiz gelebt hat, kann sicherlich bestätigen, dass Essengehen bei den Eidgenossen doch eher ein kostspieliges Vergnügen ist. Oder anders ausgedrückt: in unserem Nachbarland wird man kein Mittagsmenü (inklusive Getränk) für umgerechnet 10 Euro finden! Andererseits: wenn der Service und die Atmosphäre gut ist, bin ich als Gast gerne bereit, dies entsprechend zu honorieren!
Mir gefiel am Hiltl nicht nur das Essen an sich, sondern auch das mondäne Ambiente: obgleich dort “Bio” angesagt ist, hat man nicht das Gefühl, sich in einer Art “Öko-Schuppen” zu befinden. Meiner Meinung nach ist im Hiltl die Mischung zwischen “gesundheitsbewusst”, “progressiv”, “dynamisch” und “gediegen” sehr gut gelungen – ich finde sogar, dass man es dort mit einer gewissen Form von Erlebnis-Gastronomie zu tun hat! Insofern hat für mich auch die Stadt an der Limmat einen weiteren Pluspunkt hinzugewonnen!
Als Veganer wird man ja oft etwas mitleidig angeschaut, so nach dem Motto “wer vegan lebt, dem gehen doch so viele Köstlichkeiten durch die Lappen“. Weit gefehlt – meine ich!
Denn: seit ich vegan lebe, hat sich für mich die Bandbreite an Restaurants und an Speisen stark vergrößert!
Während ich früher immer nur eine begrenzte Anzahl an kulinarischen Anlaufstellen wahrgenommen hatte (wie z.B. sämtliche Kaufhaus-Restaurants in der Bahnhofstrasse), “erobere” ich mir heute ganz neue Terrains, wie z.B. das Hiltl. Ich bedauere allerdings nur, dass ich damals (als ich noch in Zürich lebte) derartige Highlights schlichtweg übersehen und mich daher immer wieder in “einfachen” Restaurants wiedergefunden hatte, in welchen doch überwiegend Fleisch- oder Poulet-Gerichte serviert wurden – im Nachhinein sehr einseitig!
Nota bene: mir geht es nicht darum, andere Restaurants schlecht zu machen! Ich möchte mithilfe dieses Blogs lediglich Alternativen aufzeigen und für Vielseitigkeit werben, welche meiner Meinung nach mit einer Steigerung von Genuss und Lebenskunst einhergeht.
Insofern hat meine vegane Ausrichtung sehr dazu beigetragen, meinen Blick nicht nur in eine Richtung schweifen zu lassen, sondern Vielseitigkeit zu üben und damit immer wieder neue und interessante Locations kennenzulernen! Und Zürich hat ja noch weitere vegane oder vegetarische Restaurants, welche ich dann bei meiner nächsten Schweiz-Visite auszuprobieren gedenke.
Obwohl: warum sich verzetteln, wenn sich eine gute Location aufgetan hat? Außerdem habe ich ja erst einen Teil vom Hiltl kennengelernt … und ich bin sehr neugierig zu erleben, wie gelungen z.B. der Club und die Lounge ist! Demzufolge ist im Hiltl der Tisch nicht nur in kulinarischer Hinsicht reich gedeckt. En guete!
Nachtrag:
Die Geschäftsleitung vom Hiltl hat sich über diesen Artikel sehr gefreut und ihn daher auf ihrer Webseite veröffentlicht:
http://www.hiltl.ch/medien.php.
An dieser Stelle mein bester Dank für derartige Wertschätzung!
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Vegan wandern – Schweiz
von Ulrich | 27. März 2012
Ich war vom 23. bis zum 26. März 2012 in der Schweiz unterwegs (südlich von Zürich), um dort mit guten Freunden Schneeschuhwandertouren zu unternehmen. Dazu habe ich mich in Einsiedeln in einem Hotel einquartiert, und am Samstag sowie am Sonntag ging es jeweils zu viert in die Berge: am ersten Tag nach Brunni (unweit von Einsiedeln), am zweiten Tag in die Gegend von Oberiberg (Hoch-Ybrig) – und dies bei strahlendem Sonnenschein und auf einer durchschnittlichen Höhe von ca. 1.500 m über NN. Ich habe beide Touren so richtig genossen – zudem war es ein sehr schönes Erlebnis, zum ersten Mal im Leben Schneeschuhwandern zu gehen.
Für mich gab es – in Anbetracht der Tatsache, dass ich ja Veganer bin – nur eine winzige Herausforderung: was tun, wenn es bei der Einkehr in einer Berghütte überwiegend Fleischgerichte gibt?
Kein Problem, dachte ich mir – und wurde nicht enttäuscht: ich hatte bereits in München vor meiner Abfahrt vorgesorgt und mir Fleisch-Ersatz in die Schweiz mitgebracht – siehe Fotos!
Am ersten Tag (Samstag) kehrten wir allerdings in keiner Hütte ein, sondern grillten nach unserer Tour zu Hause bei meinen Freunden in Richterswil (südlich von Zürich) – und da fand mein aus München mitgebrachter “Peace-Braten” durchaus seinen Platz auf dem Grill – neben den sonst üblichen Steaks, welche von meinen Gastgebern verputzt wurden. Seitens meiner Freunde gab es in puncto Vegi-Fleisch keine abwertenden Kommentare – sie amüsierten sich lediglich wohlwollend darüber, dass ich mir neuerdings (ich bin ja erst seit drei Monaten Veganer) mein Futter selbst mitbringe
Am zweiten Tag fuhren wir in das Ski-Gebiet von Hoch-Ybrig und kehrten auch in einer sehr netten und familiären Berg-Hütte ein. In meinen Rucksack führte ich meine Vegi-Würstchen spazieren durch eine traumhafte weiße Lanschaft, welche durch eine meterhohe Schneeschicht bedeckt war. Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite, und der Schnee war immer noch gut genug, um dem Hobby “Schneeschuhwandern” zu frönen! Andererseits wurde es aber mittags so warm, dass man fast schon ohne Probleme im T-Shirt wandern konnte!
An “unserer” Hütte angekommen, wurden wir alle von den Inhabern per Handschlag begrüßt! Wir nahmen daraufhin draußen auf der Terrasse gemütlich Platz und genehmigten uns zwecks Einstimmung erst einmal ein “Einsiedler Bier”, welches für mich übrigens fast bei jeder Schweiz-Visite dazugehört.
Als kurze Zeit später der Kellner unsere Bestellung aufnahm, überreichte ich ihm meine in Folie eingeschweißten Vegi-Würstchen mit der Bitte, diese zu grillen und mir sie anschließend mit entsprechender Gemüse-Beilage zu servieren. Ich begründete meinen Sonderwunsch damit, dass ich ja Veganer sei und daher kein Fleisch esse. Auf der Hütten-Terrasse stand übrigens ein Grill, auf welchem das hauseigene Fleisch (wie z.B. Schweinshaxen) für die Gäste gegrillt wurde. War es überhaupt möglich, sich seine “Extra-Wurst” braten zu lassen? Ich war gespannt wie der Flitzebogen von Wilhelm Tell …
Der Kellner nahm meine Vegi-Würstchen entgegen und betonte, dass es in der Regel nicht üblich sei, sich sein eigenes Fleisch mitzubringen – sie aber dennoch bereit seien, für mich eine Ausnahme zu machen. Für derartiges Entgegenkommen war ich sehr dankbar und quittierte dies auch mit einem guten Trinkgeld.
Überhaupt gefiel mir auf dieser Hütte die zuvorkommende und höfliche Schweizer Art, welche ich bereits während einiger Jahre Schweiz-Aufenthalt zu schätzen gelernt hatte. Ich finde, die Schweizer verstehen generell sehr viel von Gastlichkeit und Service! Wo gibt es heutzutage noch solch eine Form von Etiquette, bei welchem der Mensch nicht als Einnahme-Quelle, sondern als Gast betrachtet wird?
Auf jeden Fall hat uns allen das Essen prächtig gemundet, egal ob vegan oder nicht! Meine Vegi-Würstchen standen in puncto Geschmack und Konsistenz den üblichen Würstchen in nichts nach – und außerdem schmeckt es einem ja bekanntlich draußen in der freien Natur ohnehin am besten! En Guete!
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Avocado-Dip und Appetithäppchen
von Ulrich | 19. März 2012
Wer zwischendurch einmal Lust hat, auf herzhafte Art und Weise zu naschen, dem lege ich wärmstens dieses exotisch angehauchte Rezept ans Herz! Geht schnell, schmeckt gut und ist – im Gegensatz zu Chips und Salzstangen – auch noch gesund!
Zutaten:
- 1 reife Avocado
- 1 TL Zitronensaft
- 1 EL Senf (mittelscharf)
- 1 EL Öl (Olivenöl oder auch Leinöl)
- Salz, Pfeffer nach Belieben
Die Zubereitung geht sehr schnell, wie Ihr gleich sehen werdet:
- Die Avocado in Längsrichtung aufschneiden, den Kern herausnehmen und mit einem Teelöffel das Fruchtfleisch ausheben und in eine kleinere Schale (zwecks Pürieren) geben.
    
- Zitronensaft, Öl und Senf hinzu tun und nach eigenem Gusto würzen. Tipp: man kann auch gerne etwas Knoblauch hinein geben.

- Jetzt das Ganze mit einem Pürierstab pürieren und hinterher abschmecken; gegebenenfalls nachwürzen!
    
Das war’s auch schon!
Ich persönlich genieße diesen Avocado-Dip sehr gerne als Brotaufstrich (ich bevorzuge dazu Dinkelbrot) oder aber tunke Dinkel-Stangen (gibt’s in jedem Bio-Markt) in die köstliche, cremige grüne Masse. Oder wie wär’s mit der italienischen Variante, nämlich Grissini (= dünne, mürbe Brotstangen aus Hefeteig)?
Man kann aber auch Gemüse (z.B. Zucchini oder Karotten) in Streifen schneiden und in den Avocado-Dip dippen … der eigenen Phantasie seien dort keine Grenzen gesetzt! Und außerdem: ohne es zu merken, hat man bei der letzteren Variante auf lustvolle Art und Weise Rohkost zu sich genommen!
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Feste feiern als Veganer
von Ulrich | 18. März 2012
Heute möchte ich mal auf das Thema “Festivitäten” in Verbindung mit veganer Ernährung eingehen.
Grund ist der, dass ich gestern meinen 48. Geburtstag gefeiert habe, und ich mir Gedanken darüber gemacht habe, meinen Freunden einerseits eine gelungene Feier mit gutem Essen anzubieten, aber andererseits auch nicht allzu sehr von meinen “veganen Prinzipien” abzuweichen.
In unserer Konstellation war ich der einzige Veganer, und da zudem unser einziges veganes Restaurant hier in München bereits um 18h die Pforten schließt, habe ich die ganze Runde in unser eher gutbürgerliches Stamm-Restaurant eingeladen. Früher ging ich öfters dorthin, um mir einen “Schweinebraten mit Knödel in Dunkelbiersauce” zu genehmigen – diesmal sah die Sache allerdings etwas anders aus.
Um es auf den Punkt zu bringen: ich habe mir meinen “Fleisch-Ersatz” selber mitgebracht und mir diesen (nach vorheriger Rücksprache mit dem Restaurant) mit entsprechenden Beilagen zubereiten lassen. Und außerdem: als Vorspeise gab es Tomatencrème-Suppe – und als Dessert kam mein heißgeliebter “Apfelstrudel mit Vanillesauce und Eis” auf den Tisch. Und als Getränk genoss ich ein “Leichtes Weißbier” sowie den Begrüßungs-Sekt. Und natürlich einen Espresso zum Dessert! Voilà !
Ich sehe jetzt schon vor meinem geistigen Auge die missbilligenden Blicke manch eingefleischter (oder besser gesagt: entfleischter) Veganer beim Lesen der vorherigen Zeilen, so nach dem Motto “wie kann man sich nur so gehen lassen” … denn schließlich waren weder die Vor- und Nachspeise, noch die Knödel und die Dunkelbiersauce hundertprozentig vegan – enthielten sicherlich auch tierische Produkte, von minimal sichtbar bis hin zu homöopathisch verdünnt
Hier übrigens ein Foto von meinem gestrigen “Fleisch-Ersatz” in Dunkelbiersauce – ich habe übrigens meine Freunde von dem “Braten” probieren lassen. Ergebnis: sie waren alle sehr angetan von dem Geschmack und auch von der Konsistenz! Einer meinte sogar, dass ein Fleischesser gar nicht merken würde, dass er es mit einem rein pflanzlichen Produkt zu tun hat, sofern man ihn nicht gezielt darauf hinweist! Ein Zeichen dafür, dass Psychologie auch in der Küche eine wichtige Rolle spielt …
Zurück zum Thema: inwieweit man als Veganer gewisse Kompromisse eingeht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich denke, dass es keine ideale Antwort auf den Spagat zwischen “Teilhaben am sozialen Leben” und “Festhalten an gewissen veganen Prinzipien” gibt!
Natürlich möchte auch ich verhindern, dass alt hergebrachte und über Jahrzehnte etablierte Ernährungs-Gewohnheiten sich wieder in meinen kulinarischen Alltag einschleichen, indem ich allzu häufig die “Fünf gerade sein” lasse – andererseits gehört für mich der Genuss und die nette Gesellschaft einfach mit zum Leben! Obgleich ich insbesondere durch die vegane Küche in der letzten Zeit so viele Segnungen und Gaumenfreuden erfahren durfte (siehe auch meine Rezepte), möchte ich andererseits nicht immer nur alleine speisen müssen. Was tun?
Zur Info: ich bin erst seit 3 Monaten Veganer und experimentiere noch, um schlussendlich herauszufinden, was mir auf lange Sicht wirklich gut tut! Und – so denke ich zumindest – verhält es sich bei jedem Menschen unterschiedlich, weswegen es sicherlich kein Patentrezept gibt, wie man “seine” Ernährungs-Frage in Bezug auf soziales Leben am besten lösen kann. Diese Frage stellt sich früher oder später jedem Veganer, sobald dieser mit Freunden, Verwandten und Bekannten zusammenkommt. Und: ist es sinnvoll, sich alleine aus ernährungstechnischen Gründen in eine soziale Isolation zu begeben?
Ich möchte an dieser Stelle gerne die bekannte russische Ärztin Galina Schatalova zitieren. Frau Schatalova ging davon aus, dass der menschliche Organismus ausschließlich auf pflanzliche Nahrungsmittel festgelegt und zur Erhaltung des Grundstoffwechsels nicht mehr als 250 bis 400 Kalorien täglicher Nahrungszufuhr benötigt. Um den Erfolg ihrer Theorien zu beweisen, unternahm sie im Jahr 1990 mit Patienten einen 500 Kilometer langen Fußmarsch durch die Wüste, und dies bei minimaler und rein pflanzlicher Ernährung.
In ihrem Buch “Wir fressen uns zu Tode” (12. Auflage, 2002) schreibt sie auf Seite 43:
Fleisch ist kein artgerechtes Lebensmittel für den Menschen, wie etwa für ein Raubtier, das über Krallen und Klauen sowie über Schnelligkeit verfügt, um sein Opfer zu jagen und zu töten. Der Aufbau des menschlichen Organismus hat sich seit den prähistorischen Zeiten, als er auf der Suche nach pflanzlicher Nahrung durch die jungfräulichen Wälder wandelte, nur wenig verändert.
Andererseits – und das finde ich interessant – verneint gerade Galina Schatalova (wir erinnern uns: nur 250 bis 400 Kalorien pro Tag!) die totale Askese, wie sie im o.g. Buch auf Seite 142 untermauert:
Ich rufe durchaus nicht zur Askese auf, zur Absage an allen irdischen Freuden, ohne die das Leben nur halb so schön wäre. Ich kann mir zum Beispiel kein Osterfest vorstellen ohne Osterkuchen und bemalte Eier und keinen Heiligabend ohne Weihnachtsgans. Aber ich bin absolut dagegen, dass man sich aus jedem Anlass oder auch ohne Anlass der Völlerei hingibt.
Ehrlich gesagt war mir diese Autorin sehr hilfreich bei der oben genannten Entscheidungsfindung! Ich persönlich denke, dass es ohnehin nicht so sehr darum geht “perfekt” zu sein (und sich perfekt zu ernähren – sofern dies überhaupt möglich ist), sondern vielmehr darum, bewusst zu leben!
Kleine Frage dazu: was versteht man überhaupt unter Bewusstsein?
Hinweis: wie wäre es mit bewusst sein … ?
Nachtrag: ich stelle diese Frage etwas provokativ, da ich der Meinung bin, dass der Begriff “Bewusstsein” inzwischen etwas überstrapaziert ist (insbesondere in der Esoterik-Szene), und viele Menschen dazu neigen, über “Bewusstsein” zu sprechen, ohne die Tragweite und die tiefere Bedeutung dieses Begriffes für sich selbst geklärt zu haben. Oder anders formuliert: der Begriff “Bewusstsein” unterliegt einer Abstraktion, wird zu einer Art Mode-Begriff und verliert dadurch seine wahre Essenz und seine volle Kraft … verkommt zu einer leeren Worthülse.
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Sauce Bolognese Veganissimo
von Ulrich | 16. März 2012
Heute bekommt unsere vegane Küche mal einen ordentlichen Touch Italiens – denn wir kochen heute eine klassische Sauce Bolognese – certissimo ohne Hackfleisch, dafür aber mit Soja-Schnetzel und veganen Käse-Ersatz…
An alle Nicht-Veganer: keine Sorge, das Ganze schmeckt viel besser, als es den Anschein erwecken mag!
Ich selber habe soeben kräftig zugelangt und meine Dinkel-Nudeln mit der selbstgemachten Sauce in vollen Zügen genossen! Und satt bin ich allemal geworden …
Und diese Sauce ist eine wirklich gute Grundlage für unsere Lasagne, die ich zu einem späteren Zeitpunkt zubereitet und genossen habe!
… bevor wir weiter in kulinarischen Traumwelten schwelgen, krempeln wir lieber jetzt die Ärmel hoch und gehen ans Werk, nachdem wir uns mit folgenden Zutaten eingedeckt haben:
- 150 g Soja-Schnetzel
- 2 Möhren
- 2 Zwiebeln sowie etwas Knoblauch
- etwas Knollen-Sellerie
- ca. 3 EL Olivenöl
- 2 Dosen (2 x 400g) Tomaten-Stücke
- 1/2 Tube Tomatenmark
- veganer Käse-Ersatz (z.B. Pizza-Schmelzkäse) nach Belieben
- Nudeln (bis max. 500g)
- Salz, Pfeffer, vegane Gemüsebrühe, Kräuter (z.B. Thymian, Majoran)
- Soja-Sahne nach Belieben
Und so geht Ihr vor:
- Soja-Schnetzel in einen Behälter geben und kochendes Wasser darüber schütten, umrühren und beiseite stellen. Wichtig: es muss so viel Wasser vorhanden sein, dass die Soja-Schnetzel darin schwimmen.

- Zwiebeln, Knoblauch, Möhren und Sellerie in sehr feine Stücke schneiden – am besten grob vorschneiden und dann in einen Zerhacker geben.
    
- Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und das zerhackte Gemüse hinzufügen. Bei geschlossenem Deckel ca. 5 Minuten lang schmoren lassen; gelegentlich umrühren.

- Die in Wasser getränkten Sojaschnetzel durch ein Sieb abseihen und mit in die Pfanne geben.

- Sojaschnetzel mit dem Gemüse gut anbraten – darauf achten, dass das Wasser zwar aus den Soja-Schnetzel verdampft, aber dennoch die Soja-Schnetzel nicht am Pfannenboden verbrennen oder anpappen. Es kann durchaus 10-15 Minuten dauern, bis das Wasser aus den Soja-Schnetzel größtenteils draussen ist.

- Jetzt die Dosen-Tomaten sowie das Tomatenmark hinzugeben, würzen und die Kräuter (z.B. Thymian, Majoran, etc.) untermischen – gegebenenfalls auch noch etwas gekörnte Gemüsebrühe hinzutun.
    
- Zum Schluss die Soja-Sahne unterrühren und sofort servieren.

Diese doch recht einfache Spezialität schmeckt meiner Meinung nach genauso gut (oder sogar besser) wie beim Italiener. Mit veganen Käseersatz (Pizzaschmelz) servieren!
Dieses soeben zubereitete Portion reicht sicherlich für 3-4 Personen. Es empfiehlt sich, mehr als benötigt zuzubereiten und die verbleibenden Mengen als Vorrat einzufrieren. So hat man dann eine Köstlichkeit in petto, wenn mal die Schwiegermutter sich zum Essen ankündigen sollte
Na, dann also Buon Appetito!
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Amaranth-Gemüsepfanne
von Ulrich | 14. März 2012
Als “heiliges Wunderkorn der Inkas” hielt Amaranth auch bei uns Einzug.
Amaranth ist kein Getreide im üblichen Sinne, sondern gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Die Körner des Amaranth sind vielseitig verwendbar und entfalten beim Kochen ihren typisch nussigen Geschmack. Viele verschiedene Speisen lassen sich mit Amaranth einfach und schnell zubereiten, beispielsweise Suppen, Gemüsepfannen, Aufläufe und Süßspeisen. Man findet die eiweiß- und lecithinreichen Körner vor allem als Zutat in Müslis, Brot, Keksen, Nudeln und Riegeln.
Heute möchte ich Euch zeigen, wie man mit Amaranth eine Art Gemüsepfanne zubereitet.
Zutaten:
- 150 g Amaranth
- 50 g Alsan (oder Margarine)
- 3 EL Olivenöl
- 1/2 l Gemüsebrühe
- 150 g Karotten
- 200 g Lauch
- 50 g Walnuss-Kerne
- Petersilie (nach Belieben)
- 1 TL abgeriebene Zitronenschale (möglichst von Bio-Zitrone)
- Salz, Pfeffer nach Belieben
Und so wird’s gemacht:
- Alsan (bzw. Margarine) sowie die 3 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und darin den Amaranth fünf Minuten lang anbraten.

- Jetzt die Gemüsebrühe zu dem gebratenen Amaranth geben und auf mittlerer Temperatur 45 Minuten köcheln lassen.

- In der Zwischenzeit die Karotte(n) und den Lauch in kleine Stücke schneiden.

- Walnuss-Kerne grob, die Petersilie fein hacken.
    
- Das Gemüse (Lauch und Karotte(n)) nach 45 Minuten zum Amaranth geben und noch weitere 10 Minuten köcheln lassen.

- Nun das Ganze mit der geriebenen Zitronenschale sowie mit Salz und Pfeffer würzen.

- Zum Schluss die zerkleinerten Walnuss-Kerne und die Petersilie dazu geben und servieren.

Dieses Gericht ist durch den in Öl und Fett gebratenen Amaranth sehr nahrhaft und sättigt daher leicht.
Daher würde ich dieses Gericht ohne Beilagen servieren – oder aber die Portionen entsprechend verkleinern.
Vom Geschmackserlebnis sei noch anzumerken, dass der nussige Geschmack vom gebratenen Amaranth sehr stark dominiert, auch wenn das Ganze sehr lange in salziger Gemüsebrühe vor sich hin geköchelt hat.
Nachtrag:
Am nächsten Tag habe ich den Rest dieser Speise verzehrt, aber habe dazu auch noch Soja-Schnetzel mit Tomaten in einer Pfanne angebraten, den noch verbleibenden Amaranth-Gemüse-Mix hinzugetan und kurze Zeit köcheln lassen. Die Soja-Schnetzel binden ein wenig den doch recht dominierenden Eigengeschmack des Amaranths. Um ehrlich zu sein, hat mir diese – frei erfundene – Variante besser geschmeckt als das Original-Rezept.
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