vegane Ernährung und veganer Blog

Vegane Ernährung
  • Schriftgrösse

  • Sprache

  • Live Traffic Feed

    Feedjit Widget
  • « | Home

    Rückkehr zum veganen Lebensstil

    von Ulrich | 17. August 2013 - 23:27

    Ich hatte ja im letzten Februar den Artikel Ende von selbst-auferlegten Einschränkungen verfasst und mich darin eher negativ über die vegane Lebensweise geäußert, sei es das Beschaffen veganer Lebensmittel, sei es das Zusammenleben mit Menschen, die der veganen Ernährung gegenüber nicht allzu aufgeschlossen gegenüberstehen. Daher hatte ich einst beschlossen, es mit der veganen Ernährung nicht mehr zu genau zu nehmen …

    Diese Art von “Seitensprung” dauerte ca. 6 Monate, und ich kam dabei zu folgenden negativen Schlussfolgerungen:

    1. Meine Energie und mein Elan ließen nach – auch im Job wurde ich peu à peu nicht mehr so belastbar! Das Fatale daran war, dass es sich um einen schleichenden Prozess handelte – ich also Müdigkeit und Antriebslosigkeit nicht unbedingt an einer bestimmten Mahlzeit festmachen konnte.
    2. Im Gesicht sah ich plötzlich wieder älter aus – vor allem morgens kurz nach dem Aufstehen.
    3. Schlechtes Gewissen (wegen der Tiere) machte sich breit. Gerade auch, wenn ich im Supermarkt anonymes Fleisch (oder generell Tierprodukte) kaufe, mache ich mich an der Massen-Tierquälerei mitschuldig! Es ist zudem sehr inkonsequent, Tiere (wie z.B. Welpen, Katzen, Küken, kleine Ferkel, etc.) süß zu finden und andererseits das Verenden selbiger zu unterstützen.
    4. Das Gefühl, eine Art faulen Kompromiss gemacht zu haben, war für mein Selbstwertgefühl nicht unbedingt förderlich! Irgendwie fühlte ich mich fast schon wie ein Versager – oder wenigstens wie ein Mensch ohne Rückhalt. Ganz zu schweigen von dem Gefühl, auf sämtliche Werbe-Maschen schlichtweg reingefallen zu sein: weder Fleisch, noch Zucker, noch Fertigprodukte, noch Fastfood können für unsere Gesundheit förderlich sein – auch wenn die Werbung uns oftmals das Gegenteil verspricht

    Seit knapp zwei Monaten lebe ich wieder vollkommen vegan und fühle mich so fit wie schon lange nicht mehr! Es fühlt sich fast schon an wie eine Art Neugeburt, auch wenn zwischendurch sporadisch auftauchende Heilkrisen einen anderen Eindruck erzeugen mögen.

    Es gibt so viele gute vegane Kochbücher auf dem Markt, so dass man als Veganer nicht unbedingt wie ein Bettler oder “nur Karottenesser” leben muss!

    Folgende Vorteile verspüre ich ganz deutlich, seit ich alle non-veganen Produkte aus meinem Speiseplan gestrichen habe:

    1. Die Sommerhitze macht mir auf einmal nichts mehr aus – nicht einmal die Temperaturen von über 30 Grad in meiner kleinen Dachwohnung können mir etwas anhaben. Derartige Leichtigkeit und “Immunität” hatte ich zuletzt als Kind verspürt.
    2. Kein aggressiver oder stechender Schweiß mehr: wenn ich abends von der Arbeit mit dem Rad nach Hause komme (ca. 6 km Fahrtweg), riecht mein T-Shirt oder Hemd keineswegs nach Schweiß, sonder fast schon neutral! Ich kann es selber kaum fassen! Aber klar: Fleisch erzeugt im Körper Ammoniak, was sich als stechenden Geruch bemerkbar macht! Da ich kein Fleisch, dafür aber sehr viel Obst, Grünzeug und grüne Smoothies zu mir nehme, rieche ich eher angenehm – auch wenn dies als Selbstlob rüberkommen mag!
    3. Meine Verdauung hat sich sehr stark verbessert: der Stuhlgang ist oftmals so gut, dass ich kaum Klopapier benötige. Unterstützt wird meine Darmtätigkeit zudem durch mein püriertes Obst, welches ich morgens zum Frühstück verzehre: Obst, Nüsse, Flohsamen, Sanddornsaft in den Mixer – kurz pürieren, und fertig ist meine Power-Frühstück!
    4. Meine Haut glättet sich langsam wieder. Auch hier unterstütze ich den Verjüngungsprozess mit Basensalz: einfach etwas Basensalz in Wasser auflösen und mit einem Schwamm auf den Körper (und Gesicht) auftragen und hinterher mit klarem Wasser abspülen. Die Haut fühlt sich glatt und geschmeidig an – das Eincremen hinterher entfällt dabei übrigens!
    5. Beim Sport (ich betreibe Langstrecken-Schwimmen zwischen 4 und 10 km) verspüre ich soviel Energie wie schon lange nicht mehr. Früher dachte ich, dass ich – um diese Leistung bringen zu können – ich viele Proteine in Form von Steaks und Einweiß-Riegel benötige. Aber dies ist reine Kopfsache: durch grüne Smoothies und viele Bohnen und Linsen bekomme ich mehr als genug an hochwertigem pflanzlichen Eiweiß, um meinen Körper beim Leistungssport zu unterstützen.
    6. Wachheit: zum einen benötige ich plötzlich viel weniger Schlaf als vorher, zum anderen kann ich jetzt voll und ganz auf den Kaffee (der ja bekanntlich den Körper zu übersäuern vermag) verzichten. Auf die Arbeit nehme ich Getreidekaffee mit und serviere diesen mit Soja- oder Mandelmilch – lecker!

    Ich merke, dass die vegane Ernährung mittlerweile mehr Vor- als Nachteile hat. Meine Kollegen respektieren meine Entscheidung und finden es sogar toll, wie ich Sport mit der gesunden Ernährung vereine.

    Und was die Nahrungsbeschaffung angeht, gibt es – zumindest hier in München – auch keine Ausrede mehr: der vegane Münchener Supermarkt Radixversand hat seit wenigen Monaten sogar bis abends 20h und samstags bis 16h geöffnet.

    Ich bin jedenfalls gespannt, welche weiteren positiven Effekte die vegane Ernährung auf mein Leben und auf meine Gesundheit haben wird.

    Auf jeden Fall glaube ich sehr fest daran, dass in den nächsten Jahren immer mehr Menschen sich dem veganen Lebensstil öffnen werden. Es wird außerdem höchste Zeit, dass wir schnellstmöglich die Massentierhaltung abschaffen!

    Vegane Ernährung und Sport: etwas Besseres kann man seinem Körper nicht geben!

     

    Generell – auf sämtliche Lebensbereiche bezogen – habe ich die Erfahrung gemacht, dass Trägheit in der Regel sehr teuer erkauft wird: wenn ich zum Beispiel am Wochenende “meinen Hintern nicht hochbekomme” und keinen Sport treibe, ist dies zwar anfangs durchaus angenehm (schließlich hat man die Woche über ja kräftig geschuftet). Aber spätestens am Sonntagabend macht sich eine Unzufriedenheit breit – ganz anders, als wenn ich am Samstag und/oder Sonntag mehrere Kilometer geschwommen und mich zudem auch noch weitergebildet habe. Selbiges gilt meiner Meinung nach auch mit der Ernährung: lieber mache ich nach der Arbeit einen kleinen Schlenker (oder warte, bis ich zu Hause bin), um dann die Speise zu mir zu nehmen, die mir wirklich gut tut. Aber diese Erfahrung und schlussendlich die Entscheidung muss jeder für sich selbst machen …

    Themen: vegan unter Menschen, vegane Gesundheit | Kommentare »

    Eine Antwort 3 Responseszu “Rückkehr zum veganen Lebensstil”

    1. renate sagt:
      23. September 2013 - 21:41   

      hallo Ulrich,
      die Erkenntnisse sind ja toll. dann kannst du ja mal wieder bei uns vorbeikommen.
      liebe grüße
      renate
      princess schokobar
      :)

    2. Melanie sagt:
      10. November 2013 - 16:10   

      Lieber Ulrich,

      ich habe den gleichen Hürdenlauf wie Du erlebt und ernähre mich wieder vegan, vor allem wegen dem unsäglichen Tierleid = Milk kills. Während der “Fremdgehphase” habe ich mich ebenfalls unglaublich schlecht gefühlt.

      Aber: ich war überrascht wieviele Veganer es gibt. Die habe ich vorher nie wahrgenommen, weil sie sehr diskret damit umgehen und sich vorsichtshalber selber etwas zu essen mitbringen. Stört auch niemanden. Ich singe im Chor, und bei unseren Konzerten, auch bei befreundeten Chören, gibt es immer vegane Häppchen, die liebevoll angerichtet werden. Und als erstes geplündert werden :-)

      Außerdem werde ich eines nicht mehr tun: mich jemanden gegenüber rechtfertigen warum ich vegan lebe.

      Wünsche Dir noch einen schöne gesunde Zeit.
      Melanie

    3. Mara sagt:
      6. Juli 2014 - 13:44   

      Ich hatte auch schon eine ganz zeit vegan gelebt, bin aber zwischenzeitlich der Meinung, dass das ein oder andere hier im Leben dann zu kurz kommt.
      Klar ist veganes Leben eine eigene Lebenseinstellung, aber vermutlich war ich nie wirklich eine Veganerin.
      Vielleicht probiere ich es in ein paar Monaten wieder, wenn ich über meine Trennung / Scheidung hinweg bin.

    Kommentare - vegane Ernährung